Jobsuche - wann es sich lohnt, die eigenen Stärken zu ermitteln

Jobsuche - wann es sich lohnt, die eigenen Stärken zu ermitteln
Im Job stehst du jeden Montag vor wieder vor den bekannten Herausforderungen. Dir fehlt die Arbeit, die auf deinen Stärken aufbaut und dich weiterbringt. Vielleicht, weil es in deinem Team oder mit deinen Aufgaben nicht vorangeht. Oder du hast Lust auf neue Herausforderungen, möchtest deine Kompetenzen weiterentwickeln oder in neue Themen einsteigen. Spätestens am Mittwoch kommt dann der Entschluss, dass du etwas unternehmen musst.
Der erste Impuls ist oftmals der Aufruf von Stepstone, LinkedIn, Xing oder anderen Jobbörsen. Hier möchte man sich aus den Jobanzeigen Inspirationen zu anderen Unternehmen und Tätigkeitsfeldern, vielleicht sogar Berufen holen. Was muss man als Data Analyst mitbringen? Kommt eine Stelle als Digital Marketing Manager für mich in Frage? Manchmal bewirbt man sich auch einfach um auszutesten, wie die Chancen woanders sind und ob man zu einem Interview eingeladen wird.
Viel vielversprechender ist es aber, im ersten Schritt die eigenen Stärken klar herauszuarbeiten: Was zeichnet mich aus und auf welche dieser Stärken möchte ich mich konzentrieren?

Wann es sich lohnt

  1. Es hilft bei der Konkretisierung der beruflichen Positionierung und man erspart sich eine Menge Zeit bei der Suche nach Jobs, für die man nur mittelmäßig geeignet ist. Bei einer beruflichen Veränderung gibt es eine Vielzahl von Variablen. Die eigenen Stärken im neuen Job wiederfinden ist eine der wichtigsten Variablen. Denn nach Erkenntnis der aktuellen Gallup-Studie sind Mitarbeiter zufriedener, wenn sie ihre eigenen Stärken im Job einsetzen können.
  2. Es hilft dabei, gradlinig zu bleiben. Und durch Fokus erhält man Tiefe. Mit einer guten Vorbereitung der Stärken kommt meistens der Fokus auf eine kleine Auswahl an Zielberufen. Mit jedem neuen Jobinterview oder Gespräch mit Personen des Zielberufs kommen neue Marktkenntnisse und man bekommt einen Zugewinn an Ideen und Gründen, wie man sich hervorragend positionieren kann. Gleichzeitig wird das Netzwerk in den spezifischen Tätigkeitsfeldern gestärkt.
  3. Es sehr ist interessant zu sehen, welche Stärken ans Tageslicht kommen und für welchen Mehrwert man eigentlich jeden Tag sorgt (sorgen kann).

Am Besten zu Beginn jeder Jobsuche

Weshalb? Um einen unvoreingenommen Blick auf sich zu bekommen und der Beeinflussung durch die Vielzahl der Stellenanzeigen zu entgehen. Es hilft dabei, über die Jahre gradlinig zu bleiben und dadurch die eigenen Stärken gewinnbringend auszubauen. Wir von Talentif sind der Meinung, dass jeder einen ganzen Blumenstrauß an Fähigkeiten, Kompetenzen und Stärken mitbringt. Es reicht aus, diesen Blumenstrauß an späterer Stelle auf die Nachfrage des Jobmarkts anzupassen.

Stärken ermitteln

Eine gängige Methode aus dem Karrierecoaching ist der Blick auf die Vergangenheit – welches waren besonders erfolgreiche Ereignisse aus meinen privaten oder beruflichen Kontext und wie habe ich dazu beigetragen? Welche Stärken sehen meine Freunde, meine Familie, beruflichen Kontakte? Welche dieser Stärken möchte ich zukünftig weiterverfolgen und ausbauen? Bei einem Karrierecoaching erhält du zusätzliche Unterstützung durch eine neutrale und geschulte Person.

Sich Experten-Tipps einholen

  • Literatur
    • Eine Anleitung zur selbst-durchgeführten Stärkenermittlung findet sich, z.B. in dem Buch ‚What colour is your parachute‘, dass sich seit 1970 auf dem Markt befindet und regelmäßig aktualisiert wird und auch auf Deutsch erworben werden kann.
    • Der Profilpass, eine kostenlose Anleitung ist seit 2005 frei verfügbar. Er wurde vom deutschen Institut für Erwachsenenbildung, DIE, in Zusammenarbeit mit Karrierecoaches entwickelt. Eine digitale Version der Stärkenermittlung findet ihr auf der Talentif Plattform. Die PDF-Version des Profilpass ist auf der Website des Profilpass aufrufbar.
  • Karrierecoaching. Hier kann man sich zwischen Einzel- und gruppenbasiertem coaching entscheiden. Für beide Formen empfiehlt sich eine kurze Reflektion, welches das Hauptziel des coachings sein soll und eine Kriterienliste, worauf es einem für die Auswahl ankommt. Beispielsweise der ‚persönliche connect‘, die langjährige Erfahrung im Karrierecoaching, vorhandene Zertifizierungen, eine bestimmte Industrieexpertise. Für Einzelcoachings kann man häufig ein kostenloses Erstgespräch führen. Coaches von gruppenbasierten coachings bieten häufig eine Informationsveranstaltung an, in der sie sich und die Methode vorstellen.
Insgesamt sollte man sich für diese Reflexion ausreichend Zeit einräumen. Eine schlanke Version ist über ein bis zwei Wochenende(n) möglich. Bei Talentif haben wir in unseren begleitenden Kursen für Berufstätige dafür rund 3 Wochen vorgesehen. Karrierecoach Niv Nobacht erklärt im Talentif-Interview ‚create work‘, warum eine Auszeit sinnvoll sein kann und wie sich eine Karriere-Reflexion gut gestalten lässt.
Manchmal sind professionelle Stärkentests Teil der Kandidatenauswahl bei Unternehmen oder Teil der Jobvermittlung bei Recruitern. Falls dir die Ergebnisse aus einem solchen Test aus früheren Gesprächen schon vorliegen, können die Ergebnisse natürlich auch verwendet und ggf aktualisiert werden.

Wann weißt du, dass du erfolgreich warst?

  • Du hast eine Liste deiner Stärken parat und kannst eine Handvoll benennen, auf die du dich konzentrieren kannst.
  • Zu jeder deiner Stärken kannst du Beispiele benennen
  • Du hast Feedback von mindestens 3 Personen erhalten. Am hatten sie genug Zeit zur Reflektion und sie haben es dir schriftlich, z.B. über Email oder WhatsApp gegeben
  • Du hast deine finale Liste mit mindestens einer Person besprochen
Im nächsten Schritt kannst du dann endlich einen Blick auf den Markt werfen, um zu entscheiden, welcher dieser Stärken gerade sehr gefragt ist. Für die Wahl eines neuen Tätigkeitsfelds empfiehlt sich eine neue Datenbank der EU-Komission, in der du anhand deiner Stärken passende Berufe findest: https://ec.europa.eu/esco/portal/skill
Irina hat selbst einen abenteuerlichen Karrierepfad als Beraterin, Bankerin, Gründerin beschritten und in Myanmar, Kenia, Nigeria und Paraguay gearbeitet. Sie hat ihr Studium in BWL und VWL abgeschlossen und lebt zur Zeit in Berlin.
Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.