Wechsel von Finance zur Produktentwicklung

Wechsel von Finance zur Produktentwicklung

Zur Finanzwelt und „Corporate Finance“ kam ich durch das duale Bachelorstudium an der HSE in Moskau (Economics) und der LSE in London (Banking und Finance). Bei der Praktika-Wahl machte ich es im Grunde meinen Kommilitonen nach und orientierte mich beruflich in dieselbe Richtung: Bewerbungen im Investment Banking, klassischen Banking, Beratung und Wirtschaftsprüfung. Daraus haben sich drei Praktika ergeben: Risikomanagement einer Bank, Beratung in einer der Big-4-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und einem russischen Think Tank, der zur Fiskalpolitik berät. Die Einblicke in die Karriere-Unternehmen waren gut, haben mir aber gezeigt, wie repetitiv die Arbeit eigentlich ist und dass dies gar nicht zu mir passte.

Dass die Arbeit etwas Repetitives hat, passt nicht zu mir.

Ich wollte weiterstudieren, am liebsten in den USA oder der EU, wie es die meisten meiner Kommilitonen machten. Entschieden habe ich mich für ein Stipendium der Humboldt Universität in Berlin – den Master in Economics und Management. Ich war ein halbes Jahr vor Programmende mit allen Prüfungen und der Thesis durch und wollte die Zeit nutzen, um mein Deutsch zu verbessern und den Fuß in eine karriereträchtige Arbeitswelt setzen. Wie zuvor, bewarb ich mich für das Investment Banking und die Beratung, doch daraus wurde nichts.

Es war an der Zeit, mich woanders umzuschauen.

Ich versuchte es über das Jobportal für Startup-Jobs in Berlin.
Aufgrund meiner Erfahrung im Finanzwesen hat mir ein Startup das Marketingstrategien für mobile Games entwickelt, ein Praktikum und später eine Vollzeitstelle im Finanzbereich angeboten. Wir waren kaum zehn Angestellte und so habe ich neben den Finanzthemen auch das Account-Management für Russland betreut. Ein typisches Phänomen in Startups: man nutzt auch andere Kompetenzen der Mitarbeiter.
Zu Beginn waren wir weniger als zehn Mitarbeiter, so war es sehr einfach eine tragfähige Beziehung zum Management aufzubauen. Außerdem hatte ich mit meinen Finance-Themen viele Überschneidungspunkte zu anderen Projekten und wusste in etwa woran die Kollegen arbeiteten. In einigen Projekten engagierte ich mich wenn es die Zeit erlaubte. Das Startup wuchs kontinuierlich und nach eineinhalb Jahren im Finanzbereich wollte ich ein anderes Aufgabenfeld. Es bot sich ein Jobwechsel in zwei Bereiche an.

Doch leider gab es dort keine freien Stellen.

Ich besprach meinen Wechselwunsch mit dem CEO und durfte einen Monat neben meiner eigentlichen Aufgabe im Finance in anderen Projekten mitarbeiten.
So kam ich schließlich in den neuen Bereich der Produktentwicklung, „AdOperations“, der unsere Marketingprodukte flexibler und dynamischer gestaltete. Natürlich kannte ich die Techniken zur Produktentwicklung nicht wirklich und habe mich intensiv in das Thema eingearbeitet. Es hat sich ausgezahlt, da ich nach neun Monaten in die Produktentwicklung wechseln durfte, die ich zuvor schon anvisierte. Mein Wissen und meine Erfahrung als Produktentwickler vertieften sich und ich wurde nach einem weiteren halben Jahr als Produktmanager für das Spin-off „PubNative“ engagiert, in dem ich heute arbeite. Ich merke, dass diese Aufgaben viel besser zu meinen Talenten und Präferenzen passen.

Rückblickend half mir:

  • Arbeit im Startup: Die Nähe zum Management und anderen Projekten halfen, tragfähige Beziehungen aufzubauen.
  • Das Wachstum des Startups eröffnete entsprechende Möglichkeiten.
  • Ein Schritt nach dem anderen: Zuerst der Wechsel Finance zur Produktentwicklung innerhalb des Startups und dann der
    Wechsel zum nächsten Startup.
  • Neugierig sein – mit Kollegen vernetzen – in anderen Projekten helfen.
  • Den Wechsel auf Basis vorweisbarer guter Ergebnisse forcieren
  • Kontinuierlich eigene Ideen im eigenen Bereich einbringen und damit die Prozesse verbessern.Z. B. reduzierte
    ich im Finanzbereich die Rechnungsstellung auf 2 Tage (branchentypisch sind 7 Tage).
Irina hat selbst einen abenteuerlichen Karrierepfad als Beraterin, Bankerin, Gründerin beschritten und in Myanmar, Kenia, Nigeria und Paraguay gearbeitet. Sie hat ihr Studium in BWL und VWL abgeschlossen und lebt zur Zeit in Berlin.
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